Ernährung und Aufnahme von Mikro-Nährstoffen in Deutschland

Eine bundesweite, repräsentative Studie untersuchte von 2006 bis 2012 Veränderungen in der Ernährung und in der Versorgung mit Nährstoffen. Einmal mehr zeigt sich, Deutschland bleibt ein Land der Fleischesser.

 

Am „German National Nutrition Monitoring“ (NEMONIT, 2008 bis 2012/13) nahmen 1.840 Personen im Alter von 14 bis zu 80 Jahren teil. Sie waren vorher bereits in der Zeit von 2005 bis 2007 am „German National Nutrition Survey (NVS II) beteiligt. Damit lagen Daten über ihre Ernährung aus rund acht Jahren vor. In jährlichen Telefon-Interviews hatten die Teilnehmer im Rahmen der beiden Studien Auskünfte über ihre Ernährung gegeben. Aus diesen Angaben wurden ihre täglichen Energieaufnahmen sowie die Zufuhr von Makro- und Mikro-Nährstoffen kalkuliert und die Ernährungs-Qualität eingeschätzt.

 

Das allgemeine Essverhalten hatte sich im Lauf der rund achtjährigen Beobachtungszeit bei beiden Geschlechtern nicht wesentlich verändert. Die Energie- und Protein-Aufnahmen blieben konstant, der Verzehr von Kohlenhydraten sank etwas, während sich die Fettaufnahmen erhöhten. Das galt z.B. für industriell verarbeitete und tierische Fette besonders bei den Frauen. Verringert hatte sich bei Männern und Frauen der Verzehr von Obst (- 14 %) sowie von Fruchtsäften/Nektar (- 37 %). Dagegen stieg der Konsum von Wasser (+ 10 %), Softdrinks, Kaffee und Tee (+ 15 %) an. Der Anteil der Vegetarier hatte sich von 1 auf 2 % zwar verdoppelt, blieb aber insgesamt gering.

 

Bei der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen sanken bei Männern und Frauen die Aufnahmen einiger B-Vitamine, das betraf die Vitamine B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin) und B6 (Pyridoxin). Dagegen verbesserten sich bei den Frauen die Werte von Vitamin B3 (Niacin) und der Mineralstoffe Magnesium und Eisen. Die Teilnehmer wurden auch nach der Einnahme von Nahrungsergänzungen gefragt. Wer Mikro-Nährstoffe ergänzte, gab dafür als Hauptgrund (zu 60 %) an, man wolle Mangelerscheinungen vorbeugen oder einen erhöhten Bedarf ausgleichen. 38 % der Männer und 30 % der Frauen nahmen Nahrungsergänzungen, um Krankheiten vorzubeugen.

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass der Nahrungs-Konsum und die Aufnahme von Nährstoffen seit 2005 relativ stabil geblieben sind. Es wurden jedoch einige weniger günstige oder gar ungünstige Veränderungen beobachtet. Im Vergleich zu den nationalen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung ist vor allem der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln zu gering und der Konsum von Fleisch und Fleischprodukten weiterhin zu hoch.

 

Quelle: Maria Gose et al., Trends in food consumption and nutrient intake in Germany between 2006 and 2012: results of the German National Nutrition Monitoring (NEMONIT). In: British Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 3.3.2016, doi: 10.1017/S0007114516000544.