Sekundäre Pflanzenstoffe für das Immunsystem

Höhere Aufnahmen von Anthocyanen und Flavonolen verbesserten die antientzündliche Wirkungen.

 

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind reichlich in Obst und Gemüse sowie in Tee und Rotwein enthalten. Mit ihren antioxidativen und antientzündlichen Funktionen können sie zur Vorbeugung vor Krankheiten beitragen. Schon zu Beginn sind bei vielen chronischen Krankheiten entzündliche Prozesse vorhanden, die auch unbemerkt verlaufen können. In einer US-amerikanischen Studie wurden daher 12 Biomarker für Entzündungen in Bezug auf den Effekt von Flavonoiden untersucht. 2.375 Teilnehmer einer großen Bevölkerungsstudie (Framingham Heart Study Offspring Cohort) nahmen an der Studie teil.

 

Mit einer Ernährungs-Befragung wurde ihre Aufnahme an Flavonoiden (einschließlich Untergruppen) kalkuliert. Untersucht wurden bei allen Teilnehmern auch die 12 Entzündungs-Marker, um den Grad von eventuell im Körper vorhandenen Entzündungen zu bestimmen. Bei einer besseren Versorgung mit Anthocyanen (u.a. in roten Beerenfrüchten, roten Trauben, Rotwein) und Flavonolen (u.a. in Zwiebeln, Äpfeln, Broccoli) hatten die Teilnehmer signifikant geringere Entzündungs-Werte im Vergleich zur schlechteren Versorgung mit den beiden Flavonoiden. Die Ergebnisse blieben auch dann signifikant, wenn zusätzliche Faktoren einbezogen waren, z.B. Körperaktivität, Vitamin C, der Verzehr von Obst und Gemüse. Die höchsten Aufnahmen von Anthocyanen waren mit geringeren Entzündungs-Werten bei allen getesteten Biomarkern verbunden.

 

Höhere Aufnahmen von Flavonolen wirkten sich vor allem auf die Biomarker für Zytokine (Peptide zur Steuerung von Abwehrreaktionen) und oxidativen Stress aus. Direkt auf die Ernährung bezogen bewirkte der höhere Verzehr von Äpfeln, Birnen, Erdbeeren und Rotwein geringere Werte der Entzündungs-Marker. Andere Untergruppen der Flavonoide beeinflussten diese Werte deutlich geringer oder gar nicht. Für die Forscher sind diese Ergebnisse ein Nachweis, dass die antientzündlichen Wirkungen von Anthocyanen und Flavonolen eine Schlüssel-Komponente bei der Senkung des Risikos für einige chronische Krankheiten sein können.

 

Quelle: Aedin Cassidy et al., Higher dietary anthocyanin and flavonol intakes are associated with anti-inflammatory effects in a population of US adults. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 102, Nr. 7, 2015, S. 172-181, doi: 10.3945/ ajcn.115.108555.