Magnesium kann der Gebrechlichkeit im Alter vorbeugen

Eine gute Versorgung mit Magnesium konnte bei älteren Männern, die durch Knie-Arthrose ein erhöhtes Risiko für die Gebrechlichkeit hatten, diesen Prozess deutlich verringern.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Gebrechlichkeit an, von der rund 10 % der älteren Menschen betroffen sind. Sie ist mit einem höheren Risiko für Knochenbrüche und andere Krankheiten verbunden. Dazu tragen eine Reihe von Faktoren bei, zu denen auch die gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört. Gebrechliche, ältere Menschen sind öfter mit Vitaminen und Mineralstoffen geringer versorgt, häufig fehlt es auch an der ausreichenden Aufnahme von Magnesium. Dieser Mineralstoff ist vor allem in grünblättrigen Gemüsen sowie in Nüssen, Samen und Vollkornprodukten enthalten, die jedoch viele Menschen nicht oder nur wenig aufnehmen. Magnesium ist für die Muskelfunktionen, die Muskelkontraktion und -entspannung sehr wichtig, und es ist auch für den Energie-Stoffwechsel essentiell. Eine zu geringe Versorgung scheint mit signifikant schwächeren Muskelfunktionen verbunden zu sein. Dazu können beispielsweise ein erhöhter oxidativer Stress, Entzündungen und die Insulin-Resistenz beitragen. Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen über die Beziehungen von Magnesium zur Gebrechlichkeit. Ein Forscherteam aus Italien, Großbritannien und Australien untersuchte daher in einer Studie, ob eine höhere Magnesium-Aufnahme aus der Nahrung mit einem geringeren Risiko der Gebrechlichkeit verbunden ist.

Einbezogen waren 4.421 US-Amerikaner mit Knie-Arthrose oder mit einem erhöhten Arthrose-Risiko. Sie waren im Durchschnitt 61 Jahre alt (58 % Frauen, 42 % Männer) und litten noch nicht unter Gebrechlichkeit. Bei allen Teilnehmern wurden die Magnesium-Aufnahmen aus der Ernährung bestimmt. Je nach Versorgungsgrad wurden sie zwei Gruppen mit entweder zu geringer oder mit empfohlener bzw. höherer Magnesium-Aufnahme zugeordnet. Alle Teilnehmer wurden im Lauf von acht Jahren weiter beobachtet. Dabei wurde verzeichnet, ob und wann bei ihnen Zeichen der Gebrechlichkeit auftraten. Sie war u.a. durch den Knochenbruch-Index, einen Aufstehtest von einem Stuhl und ein länger anhaltendes Gefühl der Energielosigkeit bestimmt. 362 Teilnehmer wurden im Lauf der Studie als gebrechlich eingestuft. Bei der Auswertung zeigte sich, dass Männer, die zu Beginn der Studie Magnesium wenigstens im Bereich der täglichen Empfehlungen der USA (420 mg) aufnahmen, ihr Risiko für die Gebrechlichkeit nahezu halbieren konnten. Jeweils 100 mg mehr Magnesium aus der Nahrung korrespondierte mit einer Senkung von 22 % bei der Gebrechlichkeit von Männern. Bei den Frauen zeigte sich dagegen keine so deutliche Beziehung. Teilnehmer, die mehr Magnesium aufnahmen, waren allgemein körperlich aktiver, dies spielte zusammen mit der recht guten Magnesium-Versorgung vermutlich auch eine Rolle bei der geringeren Neigung zur Gebrechlichkeit. In weiteren Studien soll nun untersucht werden, ob Magnesium-Ergänzungen dazu beitragen können, die Gebrechlichkeit älterer Menschen zu verringern. Grundsätzlich weisen die Forscher noch darauf hin, dass die geringe Versorgung mit Magnesium auf einfache Weise zu vermeiden ist, mit einer geeigneten Nahrungsauswahl oder auch unterstützt durch Nahrungsergänzungen.

Unser Tipp: Magnesium ist in Multi-Formeln, in Kombination mit anderen Mineralstoffen und einzeln als Nahrungsergänzung in verschiedenen Verbindungen im Angebot. Besonders gut bioverfügbar sind z.B. die Verbindungen mit Bisglycinat, Citrat und Malat.

Quelle: 

Nicola Veronese et al., Dietary Magnesium and Incident Frailty in Older People at Risk for Knee Osteoarthritis: An Eight-Year Longitudinal Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 16.11.2017, doi: 10.3390/nu9111253.